Fleischerinnung Bonn-Rhein-Sieg Advertisement
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04.09.2010
 
 
Berufsbild für das Fleischer-Handwerk PDF Drucken E-Mail

Tätigkeiten:

Einkauf und Beurteilung von Schlachttieren sowie von Fleischteilstücken; Zerlegen und Herrichten; Herstellung von Fleischerzeugnissen, Wurstwaren, Sülzen, Pasteten und Feinkosterzeugnissen sowie von Fleisch-, Wurst- und Mischkonserven mit Zusatz von Fleisch oder Fleischererzeugnissen; Beförderung, Lagerung, Verpackung und Haltbarmachung von Fleisch und Fleischerzeugnissen; Verkauf von Fleisch, Fleischerzeugnissen und Handelswaren, Convenience, Partyservice.


Die Berufsbilder im Fleischer-Handwerk gehen mit der Zeit

Das Fleischer-Handwerk hat alleine in den letzten 15 Jahren eine Veränderung im Erscheinungsbild durchlaufen, die, gemessen an der Geschichte des Fleischer-Handwerks, in ihrer Dynamik einzig ist. Lag die Primärtätigkeit eines Fleischer-Fachgeschäftes in der Vergangenheit in der Sicherstellung der Ernährung der Bevölkerung, so sind die Fleischer-Fachgeschäfte heute Ernährungs-, Service- und Veredelungsdienstleister. Schon stehen neue Veränderungen an. Bringservice, Fleischer-Bistro, Front-Cooking sind Begriffe, denen sich das Fleischer-Fachgeschäft von morgen neben dem nach wie vor unverzichtbaren, klassischen Grundsortiment an Fleisch und Wurst wird zuwenden müssen.

Mit der Veränderung im Erscheinungsbild des Fleischer-Fachgeschäftes ändert sich auch das Berufsbild der Berufe im Fleischer-Handwerk. Neue, moderne, zeitgemäße Inhalte treten hinzu und geben der seit Jahren anhaltenden Tendenz der Überwindung des Negativ-Images der Berufe im Fleischer-Handwerk neuen Schub.

Für den FIV ist es daher an der Zeit, in einem ersten Schritt die Berufsbilder beider Berufe, die aus der Zeit Mitte der 80er Jahre stammen, angemessen anzupassen. In einem zweiten, für uns viel wichtigeren, weil zukunftsweisenderen Schritt, sollten alsbald Überlegungen angestellt werden, die Berufsbilder einander anzugleichen und ein einheitliches Berufsbild im Fleischer-Handwerk zu schaffen. Das bringt zahlreiche Vorteile. Nicht nur die Akzeptanz steigt. Auch die Diskussion um die Bildung immer neuer und räumlich weit entfernt liegender Bezirksfachklassen dürfte bei Zusammenlegung der Berufsbilder ein Ende haben.

Im FIV-Berufsbildungsausschuss ist dieses Thema der Schaffung eines einheitlichen Berufsbildes zusammen mit Vertretern des Juniorenkreises lebhaft diskutiert worden. Die Junioren begrüßen einen solchen Schritt. Gemeinsam planten FIV und Juniorenkreis NRW auf dem FIV-Berufsbildungstag im September 1999 in Kamen erste Überlegungen und Konzepte vorzustellen in der Erwartung, die Diskussion um die Angleichung an die Berufsbilder, die anderorten leider auf die lange Bank geschoben wird, konkret anzugehen.

Dabei sind wir uns bewusst, dass man dieses Thema nicht mit den Ansprüchen mathematischer Arithmetik nach der Devise ?Hier etwas streichen, dort etwas einfügen" angehen kann.

Fest steht aber auch, dass der Anteil der praktischen Wissensvermittlung über die Produkte, aber auch über die Produktion, der bislang nur den Fleischern vorbehalten war, auch auf die angehenden Fleischerei-Fachverkäuferinnen ausgedehnt wird. Damit entsprechen wir differenzierter gewordenen Kundenanforderungen. Außerdem beschränkt sich das Angebot einer Fleischerei schon lange nicht mehr auf die klassischen Fleisch- und Wurstwaren, sondern es bezieht heute Geflügel, Käse, Teigwaren bis hin zum Frischfisch mit ein.

Dieser unaufhaltsame Trend hat dazu geführt, daß der Beruf des Fleischers zu einem modernen und zugleich zu einem der verantwortungsvollsten Jobs unserer Zeit geworden ist.

 
Top! Top!