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Tätigkeiten:
Einkauf und Beurteilung von Schlachttieren
sowie von Fleischteilstücken; Zerlegen und Herrichten; Herstellung von
Fleischerzeugnissen, Wurstwaren, Sülzen, Pasteten und
Feinkosterzeugnissen sowie von Fleisch-, Wurst- und Mischkonserven mit
Zusatz von Fleisch oder Fleischererzeugnissen; Beförderung, Lagerung,
Verpackung und Haltbarmachung von Fleisch und Fleischerzeugnissen;
Verkauf von Fleisch, Fleischerzeugnissen und Handelswaren, Convenience,
Partyservice.
Die Berufsbilder im Fleischer-Handwerk gehen mit der Zeit
Das
Fleischer-Handwerk hat alleine in den letzten 15 Jahren eine
Veränderung im Erscheinungsbild durchlaufen, die, gemessen an der
Geschichte des Fleischer-Handwerks, in ihrer Dynamik einzig ist. Lag
die Primärtätigkeit eines Fleischer-Fachgeschäftes in der Vergangenheit
in der Sicherstellung der Ernährung der Bevölkerung, so sind die
Fleischer-Fachgeschäfte heute Ernährungs-, Service- und
Veredelungsdienstleister. Schon stehen neue Veränderungen an.
Bringservice, Fleischer-Bistro, Front-Cooking sind Begriffe, denen sich
das Fleischer-Fachgeschäft von morgen neben dem nach wie vor
unverzichtbaren, klassischen Grundsortiment an Fleisch und Wurst wird
zuwenden müssen.
Mit der Veränderung im Erscheinungsbild des
Fleischer-Fachgeschäftes ändert sich auch das Berufsbild der Berufe im
Fleischer-Handwerk. Neue, moderne, zeitgemäße Inhalte treten hinzu und
geben der seit Jahren anhaltenden Tendenz der Überwindung des
Negativ-Images der Berufe im Fleischer-Handwerk neuen Schub.
Für
den FIV ist es daher an der Zeit, in einem ersten Schritt die
Berufsbilder beider Berufe, die aus der Zeit Mitte der 80er Jahre
stammen, angemessen anzupassen. In einem zweiten, für uns viel
wichtigeren, weil zukunftsweisenderen Schritt, sollten alsbald
Überlegungen angestellt werden, die Berufsbilder einander anzugleichen
und ein einheitliches Berufsbild im Fleischer-Handwerk zu schaffen. Das
bringt zahlreiche Vorteile. Nicht nur die Akzeptanz steigt. Auch die
Diskussion um die Bildung immer neuer und räumlich weit entfernt
liegender Bezirksfachklassen dürfte bei Zusammenlegung der Berufsbilder
ein Ende haben.
Im FIV-Berufsbildungsausschuss ist dieses
Thema der Schaffung eines einheitlichen Berufsbildes zusammen mit
Vertretern des Juniorenkreises lebhaft diskutiert worden. Die Junioren
begrüßen einen solchen Schritt. Gemeinsam planten FIV und Juniorenkreis
NRW auf dem FIV-Berufsbildungstag im September 1999 in Kamen erste
Überlegungen und Konzepte vorzustellen in der Erwartung, die Diskussion
um die Angleichung an die Berufsbilder, die anderorten leider auf die
lange Bank geschoben wird, konkret anzugehen.
Dabei sind wir
uns bewusst, dass man dieses Thema nicht mit den Ansprüchen
mathematischer Arithmetik nach der Devise ?Hier etwas streichen, dort
etwas einfügen" angehen kann.
Fest steht aber auch, dass der
Anteil der praktischen Wissensvermittlung über die Produkte, aber auch
über die Produktion, der bislang nur den Fleischern vorbehalten war,
auch auf die angehenden Fleischerei-Fachverkäuferinnen ausgedehnt wird.
Damit entsprechen wir differenzierter gewordenen Kundenanforderungen.
Außerdem beschränkt sich das Angebot einer Fleischerei schon lange
nicht mehr auf die klassischen Fleisch- und Wurstwaren, sondern es
bezieht heute Geflügel, Käse, Teigwaren bis hin zum Frischfisch mit ein.
Dieser unaufhaltsame Trend hat dazu geführt, daß der Beruf des
Fleischers zu einem modernen und zugleich zu einem der
verantwortungsvollsten Jobs unserer Zeit geworden ist.
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